Eine unendliche Geschichte - kurz gefaßt

 

Ex-Wegweiser im Nauheimer Wald

 

 

Es war einmal ... die Regierungszeit von Bürgermeister Rohde, anno domini 2004.


Ehrenamtliches Engagement war erwünscht
Die Landesgartenschau erschien am fernen Horizont. Bürgermeister Rohde lud alle Bürger Bad Nauheims ein, eigene Ideen zu entwickeln. Die ganze Stadt sollte bürgergerechter werden, die Goldmedaille beim Wettbewerb "Unsere Stadt blüht auf " sollte beflügeln. Viele Menschen kamen zu den BürgerWorkshops und wurden aktiv. Arbeitsgruppen zu den Themen Kinder-Jugendliche-Senioren; Kunst-Kultur sowie Stadtentwicklung entstanden.

So kam es dann am 27.11.2004 zur ersten urkundlichen Erwähnung unseres Wanderwege-Projektes, in der Wetterauer Zeitung.

Die Arbeitsgruppen der Bürger arbeiteten fleißig und stellten am 16. April 2005 in einer großen Plenumssitzung den Stadtverantwortlichen ihre Projekte vor. Auch wir waren dabei und präsentierten neun Wanderwege mit Powerpoint. Die Wege hießen Panoramaweg, Hüttenweg, Obstwiesenweg, Waldteicheweg, Usaweg, Salzweg. Kommen Ihnen diese Namen bekannt vor? Auch ein Salzwiesen-Rosenfelder-Weg war dabei, heute heißt er Vielfalt im Wettertal.  

 

Zahlreiche Sitzungen
2005 und Anfang 2006 hatten wir zahlreiche Sitzungen mit Verantwortlichen: Stadtverwaltung, Staatsbad / Kurbetrieb, Stadtmarketing, Wandervereinen, Forstamt. Es wurde über die Beschilderung der Wege gesprochen und über eine zukünftige Wanderkarte.
Neue Leute setzten neue Prioritäten, Bürgermeister Witzel und Geschäftsführer Kind. Für die Wanderwegegruppe wurde der Geschäftsführer der Landesgartenschau zuständig. Mit dem "Sommermärchen", der Fußballweltmeisterschaft 2006 endete die Bürgerbeteiligung in den Arbeitsgruppen. Unmittelbar vor einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft fand die letzte gemeinsame Sitzung statt.

 

Schwierige Zeiten
begannen für das Projekt "Wanderwege für Bad Nauheim".  Bürgermeister Witzel teilte am
4. Juli 2006 mit, dass die zuständigen Stellen personell ausgelastet seien. Daraufhin kontaktierten wir Bürger Schilderproduzenten und Kartenverlage, machten Leistungsbeschreibungen und holten Kostenvoranschläge ein. Nach einer ausführlichen Serie über unsere Wege in der Monatszeitschrift "Bad Nauheim Journal" kam es Ende 2006 noch zu einer letzten Sitzung mit Verantwortlichen aus Stadtverwaltung, Stadtmarketing und Kurbetrieb. Dann fiel das Projekt in einen Dornröschenschlaf. Im Waldpark regierte die Motorsäge, der Wald und die vier Waldwanderwege litten darunter. Die Mitglieder der Wanderwegegruppe, die auch zur Bürger-Initiative Waldpark Skiwiese gehören, schrieben Zeitungsartikel, organisierten Führungen. Vertreter aller Parteien des Stadtparlaments wurden auf die Waldschäden aufmerksam und bewirkten eine Umsteuerung. Im Waldpark bekam die Erholungsnutzung wieder Priorität. Doch bei der Realisierung des Wanderwegeprojektes zeigten Stadtverwaltung und Stadtmarketing weiterhin keine Initiative.

 

Unterstützung durch die Parlamentarier
Erste Unterstützung kam von der Fraktion 3B im Stadtparlament, die im Mai 2009 einen Antrag zur Realisierung von Beschilderung und Wanderkarte einbrachte. Haushaltsmittel von 16.000 Euro standen im Jahr 2009 zur Verfügung. Dieser Wanderwege-Antrag fand sofort große Unterstützung bei allen Parteien. Nach längeren Formalien wurde er dann im Oktober 2009 einstimmig angenommen. Nach diesem Beschluss sollen wesentliche Teile des Wanderwegeprojekts noch vor der Landesgartenschau umgesetzt werden, zumindest aber die Beschilderung der Waldwege.

 

Weitere Probleme
Wir von der Wanderwegegruppe waren kurzfristig gesprächsbereit.  Doch erst am 10. Dezember kam es zu einem Gespräch zwischen Stadtmarketing, Kurbetrieb und der Wanderwegegruppe, zu spät um die für 2009 budgetisierten Gelder zu nutzen.
Am 2. Februar 2010 teilten Bürgermeister Witzel und die Geschäftsführerin des Stadtmarketings Heiderich dann mit, dass sie nicht in der Lage seien, das Wanderwegeprojekt vor der Landesgartenschau zu realisieren. Die Finanzmittel würden nicht ausreichen ...
Auch gäbe es in der Stadt kein aktuelles Kartenmaterial. Deshalb sei es auch nicht sinnvoll, eine Beschilderung im Wald anzubringen. Wir meinen dagegen, eine Beschilderung ist immer sinnvoll.  
Daraufhin veröffentlichten wir am 20. Februar einen Leserbrief in der Wetterauer Zeitung. Er fand die Unterstützung des Hauptwanderwartes des Vogelsberger Höhenclubs (Leserbrief vom 24. Februar).
Erst am 22. März, unmittelbar vor der Stadtverordnetenversammlung,  kam es zu einem weiteren Gespräch.  Es stellte sich dabei heraus, dass die Verantwortlichen noch keine Meinung zu unserem Design-Vorschlag für die 10-cm-Schildchen hatten (Unserer Vorschlag war nur drei Jahre alt). Auch bei den Waldwegweisern blieb alles unverbindlich.

 

Neue Hoffnung ...
Am 25. März 2010 unterstützten die Stadtverordneten nochmals das Wanderwegeprojekt und forderten eine schnellstmögliche Realisierung der Waldwege-Beschilderung. Noch vor der Landesgartenschau sollte der Bürgermeister die erforderlichen Maßnahmen veranlassen. Schließlich führen unsere Wanderwege zu den schönsten Stellen unserer Stadt und die Landesgartenschau sollte eine nachhaltige Belebung des Tourismus bringen. 

... von kurzer Dauer
Doch auch dieser Beschluß der der Stadtverordnetenversammlung hat nicht zu einer Beschleunigung geführt.
Es fanden zwei Gespräche statt mit der Stadtmarketingchefin und dem Chef des Kur- und Servicebetriebs, jedoch ohne greifbares Ergebnis.
Vielleicht müssen bei den Verantwortlichen die Gedanken noch etwas reifen...


Die Fortsetzung dieser unendlichen Geschichte folgt ...

siehe auch "Die Idee"